RĂŒckschlag mit Neupropflaster đŸ˜€đŸ˜€

Seit 2017 werde ich den Eindruck nicht mehr los, dass meine Pulverl-Therapie mehr Schaden anrichtet, als sie Gutes tut. SpĂ€testens alle 2 bis 3 Monate stellen sich irgendwelche unerwĂŒnschte Wirkungen ein, die nicht nur, nicht akzeptabel sind, sondern teilweise auch noch gefĂ€hrliche “Nachwirkungen“ zeigen, obwohl das Medikament selbst, schon seit Monaten abgesetzt ist.



Weshalb ein neuerlicher Versuch mit einem Agonisten?

Die ersten 6 Monate meiner Behandlung waren aus heutiger, persönlicher Sicht die erfolgreichsten und ich fĂŒhlte mich echt gut. Die Kombination Stalevo - Sifrol - Rasagilin muss wohl fĂŒr meinen Fall von Parkinson gepasst haben, bis die NÖGKK Stalevo von der weißen Liste nahm und das “Generica GlĂŒcksspiel“ begann und kurz darauf musste Sifrol (Topamin Agonist) wegen vermehrter Impulskontrollstörungen abgesetzt werden. Das war der Beginn des bis heute andauernden Wechselspiels zwischen Erfolg - optimistisch hoffnungsvoll - Tiefschlag - deprimiert hoffnungsvoll …

Ein Topamin Agonist ist zwar sehr hilfreich …..

….. aber leider ist die Wahrscheinlichkeit, dass Impulskontrollstörungen auftreten, bei vielen Patienten ziemlich groß. Ich scheine einer jener Patienten zu sein, die bei jeder wirklich beschissenen Nebenwirkung unbedingt hier schreien mĂŒssen đŸ€šđŸ˜ - den Rest kennt Ihr ja 😠

Aber da aufgeben nicht gerade das ist, was ich unmittelbar nach einem Tiefschlag mache, habe ich selbst ein bisserl recherchiert und bin auf das “Neupropflaster“ gestoßen, ebenfalls ein Agonist, der aber seinen Wirkstoff ĂŒber die Haut abgibt, daher nicht nur vertrĂ€glicher als eine Tablette sein sollte, auch die Gefahr der Nebenwirkungen sollte geringer sein.

Also begab ich mich gemeinsam mit meiner Frau zu meiner Neurologin um zu erfahren, ob ich dafĂŒr geeignet bin und ob sich diese Pflaster in meine Therapie einbauen lĂ€sst.

Die Freude war groß, als die Ärztin gemeinsam mit dem Primar der Neurologie, die fĂŒr mich passende Pflaster-Pulver Kombination zusammenstellten. SelbstverstĂ€ndlich wurden wir neuerlich und nachdrĂŒcklich auf die möglichen Impulskontrollstörungen hingewiesen.


Die Gefahr neuerlicher Impulskontrollstörungen, war mir bewusst!!!

Aber da ich mich wieder so gut wie in den AnfĂ€ngen fĂŒhlen wollte und ich mir außerdem zu 100% sicher war diesen negativen Beeinflussungen nicht zum Opfer zu fallen.


Unglaublich, aber leider die bittere Wahrheit 🙁

Ich habe es tatsĂ€chlich nicht realisiert, dass ich mich von meiner Persönlichkeit immer mehr entfernte und wie ein Getriebener mit manischer Besessenheit  meine Ziele verfolgte, gut gemeinte RatschlĂ€ge gar nicht wahr nahm und mein “mir geht’s gut, ich fĂŒhle mich wohl“-Status mehr konstruiert als wirklich gelebt/erlebt war.

Laut Kurzbeschreibung meiner Frau waren meine Umgangsformen und meine Handlungsweisen wie die eines Zombies. Mir war das nicht nur nicht bewusst, es war mir außerdem mir alles scheißegal. Ich arbeitete nicht nur bis zur Erschöpfung, ich handelte im Allgemeinen ohne ĂŒber Sinn und Unsinn nachzudenken.

Zum GlĂŒck zog meine sehr verstĂ€ndnisvolle Frau quasi im letzten Moment die Notbremse, indem sie sich mit meiner behandelnden Neurologin in Verbindung setzte und ĂŒber meine bedenkliche VerĂ€nderung informierte. 

Daraufhin wurde das Neupropflaster sofort abgesetzt. Das war vor 6 Wochen. Was ich seither durchmache - Entzugserscheinungen (wurden erst nach 3 Wochen etwas schwĂ€cher), massivste Bewegungsstörungen, bis hin zur mehrtĂ€gigen BewegungsunfĂ€higkeit, in Verbindung mit beinahe unertrĂ€glichen Gelenkschmerzen, kombiniert mit SchweißausbrĂŒchen und Dauerschwindel - ist eine Erfahrung, die ich kein zweites Mal mehr machen möchte.
Das mit dem Neupropflaster war also leider auch der berĂŒhmte Schuss in den Ofen - und jetzt? 😟


Ersatz fĂŒr’s Neupropflaster?

Nein! Der Grund dafĂŒr ist meine UnvertrĂ€glichkeit der meisten Parkinson Medikamente. Laut Neurologie hĂ€tte ich die Möglichkeiten einer Behandlung mit Medikamenten mehr oder weniger durch.

Im Klartext heißt das, ich zapple zeitweise sehr intensiv mit meinen Beinen, meine HĂ€nde machen manchmal selbststĂ€ndig unkoordinierte Bewegungen und mein Blick ist manchmal sehr hohl. Auf Außenstehende wirke ich wohl wie ein Besoffener, da mein Gangbild zeitweise eher als Torkelei zu bezeichnen ist und mit einem koordinierten Bewegungsablauf wenig zu tun hat. Die Auswirkungen all dieser Macken spiegelt sich quasi in meiner psychischen Verfassung, die sich eher im wtf-, als im rosaroten Bereich befindet.


Geht ned, gibt’s ned und Ende der Fahnenstange, erst recht nicht! 🖕🖕🖕

Das Neupropflaster hĂ€tte mir zwar fast den finanziellen Garaus gemacht und wahrscheinlich hĂ€tte ich mich eines Tages körperlich derart ĂŒbernommen, dass ich sogar den Löffel abgeben hĂ€tte können, aber es hat eben auch einige Symptome, die ich dessen Absetzung voll zur Geltung kommen, gelindert! đŸ€Ż

Zauberwort: Kompensation / Ausgleichs- Versuch 🌝

Um annÀhernd an die positiven Auswirkungen heranzukommen, wird jetzt jede Corbilta Tablette mit einem halben löslichen Madopar quasi aufgepeppt.

Ein sehr schleppendes Prozedere, das sehr viel Geduld  und VerstĂ€ndnis verlangt, aber schön langsam stellen sich kleinere Erfolgserlebnisse ein 😇


Fazit: Bei aller Liebe zu einer positiven Lebenseinstellung voller Optimismus, gepaart mit einer großen Portion Glaube an alle möglichen Therapieerfolge - ein wenig Realismus gehört auch dazu und diese, so denke ich, gut gemischte Kombination lĂ€sst vernehmen, dass der “KompensationsschmĂ€h“ nicht von sehr langer Dauer sein wird .….🙁


Was nun, wie soll’s weitergehen? 🧐🧐🧐

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Ich weiß, du bist hart im Nehmen, aber jetzt ist deine Grenze wohl bald erreicht. Du tust ma echt, aber gib nicht auf. Meine positiven Energien stehen dir bei. Ich drĂŒck dir die Daumen, du checkst das!

Liebe GrĂŒĂŸe
Harald Eminger