Und wie das wahr ist ...

“Das darf doch nicht wahr sein“, so der Titel meines letzten Eintrags - und jetzt wird endlich Ruhe sein, dachte ich mir. Allerdings wurde ich eines Besseren belehrt .....

Aber alles schön der Reihe nach .....


Kurz nachdem mir mein Langzeitblasenkatheter gesetzt wurde sollte dem einwöchigen Urlaub in Italien nichts im Wege stehen. Auch die Urologin gab ihr o. k. dazu (kein Problem mit dieser Art von Katheter ins Wasser zu gehen und sonstigen Sport zu betreiben, soweit es die Gesamtkonstitution zulässt).



Na dann, ab in den Urlaub ans Meer

Der Urlaub in Cavallino Ende Juni verlief ganz nach meinen Vorstellungen. Die üblichen Parkinson Aussetzer, die aber schnell wieder in den Griff zu bekommen waren, sonst nichts, was die Urlaub Stimmung vermiesen hätte können. Sogar die Wahnsinnshitze setzte mir nicht besonders zu und auch der Katheter spielte mit. Ja, ich war richtig glücklich und bin auch wirklich dankbar für diese tolle Zeit.



"Daham is hoid daham"



Obwohl ich diese Zeiten weit weg von zu Hause wirklich genieße, freue ich mich immer wieder auf zu Hause, “meine“ geliebte Donau mit ihren Insider Badeplätzen, die gute Burenwurst  beim  Uferhaus, “meine“ Lieblingsheurige in und rund um Klosterneuburg und all die anderen Kleinigkeiten, die es mir persönlich ermöglichen nicht dahinzusiechen, sondern im Hier und Jetzt zu sein und das mit viel Lebensfreude!




So hatte ich mir das “daham is hoid daham“ eher nicht vorgestellt ☹️

Kaum eine Woche zu Hause hatte ich eine derart bösartige Harnweginfektion, dass mir nichts anderes übrig blieb, als mich freiwillig ins Krankenhaus bringen zu lassen (wer mich kennt weiß, das es mir da schon ziemlich dreckig gehen muss), wo ich vier Tage lang völlig geschwächt die Hoffnung nicht aufgab, bald wieder nach Hause zu können.  Ich bekam niemals zuvor solche Mengen Antibiotika verabreicht, wie in diesen vier Tagen, aber sie scheinen wirklich geholfen zu haben, denn bereits am Samstag durfte ich wieder nach Hause, was allerdings nicht bedeutet ich sei wieder voll fit gewesen. Da ich weiterhin Antibiotika nehmen musste und von der Therapie im Krankenhaus auch noch ziemlich geschwächt war, schaffte ich es beinahe jeden Tag, mich völlig zu überfordern.


Das habe ich mir zwar auch nicht so vorgestellt, aber ... 

es ist ja Gottseidank nicht nur Negatives, was ich mir manchmal nicht vorstellen kann 🌞
Ich muss mir eingestehen, dass meine Reisefähigkeit bei weitem nicht mehr das ist, was sie früher einmal war. Längere Reisen sind für mich - leider auch für die allerbeste Frau der allerbesten Frauen dieser Welt - zwischenzeitlich sehr strapaziös geworden, was seit einiger Zeit für uns beide Grund genug ist, nach einem kleinen Wochenenddomizil Ausschau zu halten. Wir waren uns einig, dass es ein kleines Häuschen sein sollte, mit bevorzugter Lage in den niederösterreichischen Voralpen und wir waren uns auch einig, dass wir nichts überstürzen wollen.
Und was habe ich mir da nicht vorstellen können? 
Naja, die Tatsache,  dass wir zwar nichts überstürzen, aber genau genommen das Häuschen quasi uns fand und alles sehr schnell vonstatten ging.

Lange Rede kurzer Sinn, wir haben unser Wochenenddomizil gefunden, Ein kleines Hexenhäuschen (Wie es HassaFega zu nennen pflegt) mit einem schönen großen Garten, wo sich der ParkinsonRider mit seinen Kräutern und sonstigen Pflanzen austoben darf (NEIN, er darf keinen Bikepark anlegen 🤪).


Auch wenn ich mir es nicht vorstellen konnte .....

bin ich höchst begeistert und freue mich jeden Tag aufs Neue am Projekt Haus und Gartengestaltung (Paradise of Dagi aka HassaFega & Andy aka ParkinsonRider)  beteiligt sein zu dürfen 👍😊👍

Das bedeutet zwar, dass wir unsere Kurzurlaube drastisch reduzieren werden, was aber keinesfalls heißt, dass es langweilig werden könnte, denn für mich persönlich ist genau jener Fall eingetreten, wo sich viele Freunde die mich seit Jahren kennen fragen werden ob ich jetzt komplett beklopft wäre. “Haus mit Garten, niemals! Heimwerken, nein danke, Hobbygärtner ebenfalls nein danke“, bis vor kurzen meine Einstellung zum Thema Haus und Garten, die allseits bekannt war.



Prioritäten ändern sich, aus welchen Gründen auch immer

Man sollte niemals NIE sagen, und geht ned, gibt‘s ned. Ich kann allen mit Gewissheit versichern, dass es nicht meine Erkrankung an Parkinson war, die mich zum Hobbygärtner und Heimwerker werden ließ, sondern einfach die Zeit. Während HassaFega schon immer vom kleinen Hexenhäuschen träumte, sich aber nicht wirklich traute, musste für mich die Zeit dafür erst reif werden.

Um dieses Post zu schließen möchte ich noch bemerken, dass es für mich persönlich sehr aufbauend ist, wieder eine Aufgabe zu haben. Das schafft Abhilfe wenn’s darum geht, sich nicht mehr gebraucht zu fühlen. natürlich macht das ich meine Einschränkungen weiterhin bemerkbar, aber insgesamt fühle ich mich viel besser als vorher.





In der Hoffnung, dass es in dieser Tonart weitergehen möge, freue ich mich auf meine endlich genehmigte REHA am Gmundner Berg im September ..... 🌞😁👍

Kommentare

Chris Reiter hat gesagt…
Hello Andy!

Du machst was mit, das ist mir nimmer egal. Du warst der jenige unserer Partie, der nicht nur in jungen Jahren der Welt einen Haxen ausgerissen hat, du bist auch noch Mitte 50 mit Vollgas übern See geheizt, auf pickelharter Piste mit perfekter Technik runter geheizt und Schräglagen ohne Rutscher hingelegt, das mich fast der Neid aufgefressen hätte und jetzt hör ich, dass du an Perkinson erkrankt bist.
en
Alter Schwede, das ist sch.... und es tut mir echt leid für dich und gleichzeitig freu ich mich für dich, denn auch wenn du anderer Meinung sein solltest, du bist noch immer der Bigler aus unserer Jugendzeit. Deine Kämpfernatur ist noch voll da, du gibst nicht auf und dein Bauch- undd Körpergefühl scheint dich nicht verlassen zu haben und das freut mich unheimlich.

Der Bigler scheißt demParkinson einfach was, so als ob es nur ein Wimmerl wär, das schon wieder weggehen wird. Du weißt noch immer, was geht und was nicht und checkst dir eben das was noch immer geht und woran du Freude hast. Von mir aus sollt du dein altes Leben zu den Akten gelegt haben, aber zum Glück war da so viel los, dass dein neuer Lebensabschnitt samt seinen Einschränkungen nichts anderes ist, als eine etwas angepasste Fortsetzung deines früheren Leben.

Lass dich nicht unterkriegen, halt die Ohren steif und meld dich bei mir (Kontaktdaten hab ich gemailt)
Chris Reiter