Three Years After …

Allseits bekannt, auf gut österreichisch also ein alter Hut …

Vor drei Jahren, am 18. Mai 2016, wurde mit einem sogenannten DAT-Scan meine Verdacht an Morbus Parkinson erkrankt zu sein, quasi mit Brief und Siegel bestätigt.

Meine erste Reaktion damals - halb so wild …

Ich bin aufgrund meines bereits jahrelang gehegten Verdachts nicht aus allen Wolken gefallen und sagte mir, besser Parkinson als irgendeine andere, nicht heilbare Krankheit, die vielleicht auch noch schwer behandelbar ist.  Was soll’s - ein wenig zittern, hie und da etwas steife Muskeln, vielleicht nicht immer ganz lustig, aber es gibt Schlimmeres. Außerdem wurde mir mehrfach bestätigt, Parkinson sei zwar und nicht heilbar, aber in jedem Fall kein Todesurteil  und außerdem sehr gut behandelbar.

Meine Zukunftsvorstellung damals …

Täglich ein paar Pulverchen und mir wird’s wieder besser gehen. Meinem Tatendrang stand also nichts mehr im Weg, selbstverständlich mit ein paar Einschränkungen, aber die würden nicht weiter stören.

Und heute, drei Jahre danach?

Wurden meine damaligen Zukunftsvorstellungen zur gegenwärtigen Realität? Realistisch und ungeschönt geantwortet, "nein, leider nicht wirklich!" 

Die Fortschritte in den ersten sieben Monaten entsprachen voll und ganz der Aussage "Parkinson ist gut behandelbar", oder besser gesagt, meiner persönlichen Interpretation dieser Aussage. Tremor, Rigor und all diese einschränkenden Symptome zeigten sich immer seltener und Nebenwirkungen wie Müdigkeit und zeitweise Abwesenheit waren angesichts der merklich besser gewordenen Lebensqualität, bloß eine sehr kleine Unannehmlichkeit, die ich dafür quasi als Tauschgeschäft annehmen musste. Da es nun mal keine Wunder gibt, war mir von Anfang an klar, dass ich meine Art zu leben wohl oder übel etwas umkrempeln muss. Es war mir auch klar, dass sich so etwas nicht von heute auf morgen bewerkstelligen lässt. Darüber hinaus war ich mir aufgrund der attestierten guten Behandelbarkeit sicher, alles ziemlich schnell in den Griff zu bekommen.

Leider wurde ich schon sehr bald eines Besseren belehrt. es erfolgten mehrere Tiefschläge innerhalb kürzester Zeit, die mich immer öfter an der angeblich guten Behandelbarkeit zweifeln ließen.  Begonnen hat diese negativ Siri als plötzlich aus unerfindlichen Gründen nein Hauptmedikament gegen Generika ausgetauscht wurde. All das ist bereits hinlänglich bekannt, und auch die vielen Versuche mit anderen Medikamenten die passende Einstellung für mich zu finden, dürften weitgehend bekannt sein, daher verzichte ich auf eine nochmalige Wiederholung aller Einzelheiten. Wer an den Details interessiert ist, kann alles im alten Parkinsontagebuch nachlesen.

Wahrscheinlich nicht schlauer, aber besser informiert ....

Und ich bin jetzt auch um ein paar wertvolle Erfahrungen reicher, auf die ich liebend gerne verzichtet hätte. Aber immerhin erwiesen sie sich als sehr hilfreich, die für mich passenden Entscheidungen zu treffen.

Von Freunden oft gefragt ...

Angenommen du bekämest die Chance rückwirkend etwas zu ändern, würdest du sie wahrnehmen und wenn ja, was würdest du anders machen? Würde ich eine schulmedizinische Behandlung ablehnen und statt dessen Alternativ - Behandlungen wählen, oder gar versuchen mein Leben ohne jegliche Behandlung weiter zu führen? Alles Fragen, die ich mir selbst auch bereits mehrmals gestellt hatte. Aber da sich in der realen Welt rückwirkend nichts ändern lässt, war ich auch nicht sonderlich bemüht entsprechende Antworten zu finden.

Die Zeit heilt alle Wunden ...

wird in einem Sprichwort behauptet. Die Zeit heilt zwar tatsächlich die meisten Wunden, aber es bleiben immer Narben!

Verletzungsbedingte, gut verheilte Wunden am Körper, lassen die zugehörigen Ereignisse sogar oftmals in Vergessenheit geraten, weil kein Schmerz und keine Behinderung ständig daran erinnert. Einzig und allein die Sichtbarkeit der Narben vermag die Erinnerung an die zugehörigen Ereignisse abzurufen.

Narben die das Leben hinterlässt, sind zwar nicht sichtbar, lassen sich aber trotzdem nur schwer als erledigt abspeichern, da die zugehörigen Ereignisse meistens sehr massiv waren und im Unterbewusstsein fest verankert sind.

Angesichts dieser "Weisheiten" habe ich doch noch Antworten auf einige bis dato unbeantwortete Fragen gefunden. Antworten auf “was wäre wenn - Fragen“ habe ich erst gar nicht versucht zu finden, da mein Leben nicht in der fiktiven Theorie stattfindet, sondern in der gegenwärtigen Realität, die absolut nichts mit "was wäre wenn" zu tun hat!

Neuer Lebensabschnitt - Neuorientierung ...

Die Antworten auf Fragen, betreffend das Hier und Jetzt, sollen mir helfen mein neues Leben als "Parkinson - Pensionist" entsprechend zu organisieren und in den Griff zu bekommen, um für alles was noch kommen mag, gut gerüstet zu sein!

Das ist zumindest der Plan. Dass die Umsetzung nicht immer einfach sein wird, ist mir auch klar, aber was soll’s …

geht ned, gibt’s ned



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